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Marktumfeld

Die Region Zentral- und Osteuropa mit seinen 300 Millionen Einwohnern bietet nach wie vor großes Wachstumspotenzial für das Versicherungsgeschäft. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungsprodukte im CEE-Raum liegen noch deutlich unter dem Niveau in Westeuropa: Während ein Österreicher pro Jahr im Durchschnitt rund 1.995 Euro für seine Sicherheit investiert, liegt die Prämie pro Kopf und Jahr im Durchschnitt der 15 CEE-Länder von UNIQA bei 150 Euro

Wirtschaftliches Umfeld

Die Phase der wirtschaftlichen Expansion hält weiter an, die globale Wachstumsdynamik hat sich jedoch etwas eingetrübt. Im abgelaufenen Jahr 2018 lag das globale Wirtschaftswachstum bei 3,7 Prozent und somit nur knapp unter der Wachstumsrate des Vorjahres (2017: 3,8 Prozent). Der Wachstumsausblick hat sich im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas verschlechtert, bleibt aber weiterhin positiv. Für die Jahre 2019 und 2020 prognostizieren die Wirtschaftsforscher ein jährliches globales Wachstum von jeweils 3,5 Prozent. Grund für die Verschlechterung sind vorwiegend politische Risiken. Protektionistische Tendenzen im globalen Handel, insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und China, sowie steigende Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige Beziehung des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Union, belasten das globale Geschäftsklima.

Im Euroraum hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt, das Fundament für eine anhaltende wirtschaftliche Expansion bleibt aber weiterhin intakt. Nach der starken Konjunkturdynamik 2017 (durchschnittlich 0,7 Prozent Quartalswachstum) sank das BIP-Wachstum im ersten Halbjahr 2018 auf 0,4 Prozent und im zweiten Halbjahr 2018 auf 0,2 Prozent. Die Konjunktur wird vorwiegend durch eine schwächere externe Nachfrage gedämpft, während die heimische Nachfrage – privater Konsum und Investitionen – stabilisierend wirkt. Durch die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt – die Arbeitslosenrate sank auf 7,9 Prozent im Dezember 2018 – sollte der Konsum privater Haushalte die Konjunktur auch weiterhin stützen.

Österreich verzeichnete 2018 mit 2,7 Prozent Wirtschaftswachstum eine sehr robuste Entwicklung. Vergleichbar mit dem gesamten Euroraum zeichnet sich jedoch auch in Österreich eine leichte Verlangsamung der Konjunktur ab. Für das laufende Jahr 2019 erwarten die Wirtschaftsforscher einen BIP-Anstieg von 1,6 Prozent. Ungebrochen ist bislang die Erholung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenrate fiel im Dezember 2018 auf 4,7 Prozent (2017: 5,5 Prozent).

In den USA hat sich die konjunkturelle Entwicklung nochmals beschleunigt. Nach 2,2 Prozent Wachstum im Jahr 2017 expandierte die US-Wirtschaft 2018 voraussichtlich um 2,9 Prozent. Das BIP-Wachstum wird im Jahr 2019 ebenso wie im darauffolgenden Jahr graduell abnehmen und voraussichtlich 2020 ein langfristig nachhaltiges Niveau erreichen. Die positiven Wachstumsimpulse der Steuerreform, die zumindest kurzfristig die heimische Nachfrage unterstützten, sowie der lockeren Geldpolitik lassen dabei zunehmend nach. Die US-Notenbank Fed setzte ihren Zinsanhebungszyklus 2018 mit vier Zinsschritten fort. Die Bandbreite für die US-Leitzinsen wurde im Dezember 2018 auf 2,25 bis 2,50 Prozent erhöht. Für 2019 signalisiert die US-Notenbank eine abwartende Haltung gegenüber weiteren Zinsschritten und betont die Wichtigkeit realisierter sowie erwarteter wirtschaftlicher Entwicklungen für den Zeitpunkt und das Ausmaß zukünftiger geldpolitischer Anpassungen. Im Euroraum wurde 2018 eine Normalisierung der Geldpolitik eingeläutet. Das Anleihekaufprogramm („Quantitative Lockerung“) der EZB lief mit Ende des Jahres aus. Die Tilgungen aus auslaufenden Anleihen werden jedoch bis auf Weiteres – auf jeden Fall bis nach einem ersten Zinsschritt – wieder investiert, sodass die Geldpolitik die Konjunktur weiterhin unterstützt. Den Beginn eines Zinsanhebungszyklus hat die EZB für die Zeit nach dem Sommer 2019 in Aussicht gestellt. Sollte eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung eintreten, würde sich die geldpolitische Normalisierung jedoch verzögern. Die Normalisierung des Zinsumfelds wird somit nur langsam erfolgen.

Zentral- und Osteuropa (CEE) konnte den wirtschaftlichen Aufholprozess zum Euroraum 2018 fortsetzen. Die Konjunktur blieb 2018 ungebrochen dynamisch und konnte sich von der langsameren Entwicklung im Euro¬raum entkoppeln. Das Wirtschaftswachstum für CEE (exklusive Russland) lag 2018 voraussichtlich bei 4,3 Prozent und wird für 2019 bei soliden 3,6 Prozent prognostiziert. 

Insbesondere in den Ländern Zentraleuropas bleibt das wirtschaftliche Umfeld freundlich. Mit Ausnahme Tschechiens, wo der Konjunkturhöhepunkt bereits überschritten wurde, konnte sich die wirtschaftliche Dynamik noch weiter beschleunigen. Die heimische Nachfrage ist der wesentliche Treiber dieser Entwicklung, und die Arbeitslosenraten erreichten im letzten Jahr Tiefststände. Die Zentralbanken jener Länder, die über eine eigene Währung verfügen, signalisieren eine Normalisierung der Zinslandschaft, wenn auch in unterschiedlichem Tempo. Die Tschechische Nationalbank hat den geldpolitischen Kurs 2018 deutlich gestrafft und führte fünf Zinsschritte durch. In Ungarn blieb der Leitzinssatz bislang unverändert, eine graduelle geldpolitische Normalisierung wird jedoch vorbereitet. Aufgrund der verhaltenen Preisdynamik in Polen sieht die Polnische Notenbank bislang wenig Anlass, den lockeren geldpolitischen Kurs zu ändern.

In Russland bleibt die makroökonomische Stabilität hoch, auch wenn die wirtschaftliche Dynamik zurückging. Der russischen Wirtschaft fällt es zurzeit schwer, Wirtschaftswachstum zu generieren, das substanziell über dem langfristigen Potenzialwachstum liegt. Dazu trägt auch der deutliche Rückgang des Ölpreises bei. In der Ukraine setzt sich die wirtschaftliche Erholung fort, zusätzlich trägt die Einigung mit dem Internationalen Währungsfonds auf ein neues Kreditprogramm zur makroökonomischen Stabilität bei.

In Südosteuropa wurde 2018 der Konjunkturhöhepunkt erreicht, das Wirtschaftswachstum lag voraussichtlich bei 3,4 Prozent. Auch die Situation auf den Arbeitsmärkten der Region hat sich dank der positiven wirtschaftlichen Entwicklung deutlich verbessert. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden somit auch im Jahr 2019 günstig bleiben.

Schaden- und Unfallversicherung weiterhin der Wachstumstreiber in Österreich
Das Prämienaufkommen in der österreichischen Schaden- und Unfallversicherung zeigte sich 2018 mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro robust. Wachstumstreiber waren die Sparten Kfz-Kasko und Unfall mit Prämiensteigerungen von 6,1 Prozent bzw. 4,4 Prozent. In der Sparte Kfz-Haftpflicht konnte hingegen nur ein leichter Prämienanstieg von 1,4 Prozent erzielt werden. 

In der Lebensversicherung schwächte sich der Prämienabrieb im Vergleich zum Vorjahr ab. So schrumpften die Prämien im Jahresvergleich nur um rund 3,6 Prozent auf knapp 5,6 Milliarden Euro. Hauptursache für die Abnahme war analog zum Vorjahr der Rückgang der Einmalerläge, die um 14,7 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro zurückgingen. Das Lebensversicherungsgeschäft mit laufender Prämie verzeichnete zwar ebenfalls einen Rückgang. Dieser fiel mit rund 1,7 Prozent auf knapp 4,9 Milliarden Euro jedoch deutlich moderater aus.

Die Krankenversicherung entwickelte sich im Jahr 2018 mit einem Prämienzuwachs von 4,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro etwas stärker als im Vorjahr.

Versicherungsmärkte in Zentral- und Osteuropa nachhaltig auf Wachstumskurs
CEE gehört zu den weltweit am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen. Dank der nachhaltig starken Konjunktur setzt sich auch der Konvergenzprozess zu Westeuropa weiter fort. Auch längerfristige Wachstumsprognosen zeigen für die Märkte in Zentral- und Osteuropa eine jährliche Wachstumsdifferenz zum Euroraum von bis zu 2 Prozent. 

Die Versicherungsmärkte der CEE-Region profitierten – wie schon im Jahr zuvor – auch im Jahr 2018 von den positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das Prämienvolumen stieg nach den derzeit vorliegenden Ergebnissen in Zentral- und Osteuropa (ohne Russland) um rund 4 Prozent auf geschätzte 34 Milliarden Euro. 

Besonders hohe Nachfrage nach Versicherungsprodukten bestand erneut im Bereich der Sachversicherung, in der mit über 8 Prozent das stärkste Wachstum in CEE seit dem Beginn der Finanzkrise erzielt werden konnte. Sämtliche Märkte Zentral- und Osteuropas, mit Ausnahme Rumäniens, verzeichneten im Jahr 2018 im Bereich der Nichtlebensversicherung einen deutlichen Prämienanstieg. Wachstumsimpulse kamen dabei insbesondere aus dem Bereich Haushalt und Eigenheim und aus den Motorversicherungssparten. In den Kraftfahrzeugsparten führten vor allem höhere Kfz-Bestände durch eine stark steigende Zahl an Neuzulassungen zu kräftigen Prämienzuwächsen. Eine Ausnahme bildete Rumänien, wo das Prämienvolumen in der gesamten Motorversicherung – abgesehen von einem schwierigen regulatorischen Umfeld – vor allem aufgrund von Preisdumping regionaler Anbieter in der Kfz-Haftpflichtversicherung zurückging.

Eher durchwachsen zeigte sich demgegenüber die Entwicklung der Lebensversicherungsmärkte in Zentral- und Osteuropa. Nach einem soliden Wachstum im vorhergehenden Jahr ging das aggregierte Prämienvolumen 2018 wieder leicht zurück. Maßgeblich verantwortlich dafür war die negative Entwicklung der Lebensversicherung in Polen. Wie schon in den vergangenen Jahren führte dort das stark rückläufige Geschäft mit kurzfristigen Einmalerlagsprodukten insgesamt zu einem Rückgang in dieser Sparte. Umgekehrt sind vor allem in Ländern mit einem noch unterentwickelten Lebensversicherungsgeschäft, etwa in Kroatien, Serbien oder Nordmazedonien, sehr hohe Prämienzuwächse zu beobachten. In diesen Märkten besteht aufgrund von Unzulänglichkeiten der staatlichen Pensionssysteme nach wie vor hoher Bedarf an ergänzenden Angeboten zur privaten Eigenvorsorge. 

Wie die insgesamt sehr positive Entwicklung der Versicherungsmärkte der letzten Jahre zeigt, bleibt CEE für UNIQA eine Region mit hohem Wachstumspotenzial. Höhere Einkommen und steigende Ausgaben für privaten Konsum gehen mit höherer Nachfrage nach Versicherungsprodukten einher. Nach wie vor sind viele Einwohner der Länder Zentral- und Osteuropas noch nicht versichert oder stark unterversichert. 

Markteinteilung

Wir teilen den europäischen Markt in folgende Regionen:

  • Österreich
  • Zentraleuropa (Polen, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn)
  • Südosteuropa (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien)
  • Osteuropa (Rumänien, Ukraine)
  • Westeuropa (Liechtenstein, Schweiz)

Darüber hinaus sind wir in Russland aktiv tätig.

Marktpositionen

In manchen dieser Länder sind wir Marktführer, in vielen haben wir Top-Marktpositionen inne und in einigen anderen haben wir noch Aufholbedarf. Die allermeisten dieser Märkte jedoch bieten unabhängig unserer eigenen Marktstellung noch viel Platz für Expansion.