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Marktumfeld

Mit 300 Millionen Einwohnern bietet die Region Mittel- und Osteuropa nach wie vor ein enormes Wachstumspotenzial für das Versicherungsgeschäft.  So liegen beispielsweise die Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungsprodukte in der CEE-Region immer noch deutlich unter dem Niveau in Westeuropa. In den derzeit 15 UNIQA CEE-Märkten liegt die Prämie pro Kopf und Jahr im Durchschnitt bei 216 Euro. Zum Vergleich: Jeder österreichische Staatsbürger gibt 1.960 Euro
pro Jahr für Versicherungen aus.

Wirtschaftliches Umfeld 

Das makroökonomische Umfeld hat sich 2019 weiter abgekühlt. Die Weltwirtschaft wuchs voraussichtlich um 2,9 Prozent (OECD) – die niedrigste Wachstumsrate seit der Finanzkrise 2008/09. Trotz einer Deeskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China gegen Ende des Jahres (Phase-1-Abkommen) stagniert der Welthandel. Am 31. Jänner 2020 trat das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union aus, die Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen überschattet die Konjunktur allerdings weiterhin. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, ist die Industrie das schwächste Glied, während der Dienstleistungssektor floriert. Der Abwärtstrend des Geschäftsvertrauens hat zu Beginn des Jahres 2020 vorläufig eine Talsohle gefunden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus sind im März 2020 noch unsicher, allerdings zeichnet sich eine drastische Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Aktivitäten ab. Deren Ausmaß wird von der Dauer der Krise und den öffentlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung einerseits und zur Überbrückung vorübergehender Einkommensverluste von Firmen und Haushalten andererseits abhängen. 

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums stieg 2019 um 1,2 Prozent. Damit hat sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr verlangsamt. Der Konsum der privaten Haushalte wurde dabei weiterhin durch solide Arbeitsmarktbedingungen gestützt: Die Arbeitslosenquote erreichte Ende 2019 im Euroraum ihr Vorkrisentief (7,4 Prozent). Die österreichische Wirtschaft verzeichnete während des Jahres 2019 eine solide Entwicklung. Obwohl internationale Risiken für die Konjunktur zugenommen haben, lag der Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei 1,6 Prozent. Auch hier hatte sich die Konjunktur damit gegenüber den Vorjahren abgekühlt; allerdings verdichteten sich gegen Jahresende die Anzeichen für eine Stabilisierung auf einem moderaten Wachstumspfad. Rückgänge im internationalen Handel und der Nachfrage nach Industriegütern dämpfen dennoch die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe. Demgegenüber blieb Anfang 2020 die Entwicklung im Dienstleistungsbereich sehr erfreulich, und auch die private Konsumnachfrage blieb dank der soliden Arbeitsmarktbedingungen lebendig. Der Arbeitsmarkt verzeichnete Beschäftigungs- und Lohnzuwächse, und die Arbeitslosenrate befand sich mit 4,2 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau. Unterbrechungen wirtschaftlicher Aktivitäten, die durch den Ausfall von Arbeitskräften, unterbrochene Lieferketten, Einbrüche in direkt betroffenen Sektoren wie Tourismus und Verkehr sowie durch Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus verursacht werden, werden voraussichtlich einen signifikanten, wenn auch vorübergehenden Effekt auf die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft ausüben. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im September 2019 eine Kehrtwende vollzogen. Eine vorübergehende Phase der geldpolitischen Normalisierung wurde mit neuen Maßnahmen zur Stimulierung der Konjunktur und Inflation beendet. Der Einlagenzinssatz wurde auf – 0,5 Prozent gesenkt, und im November 2019 startete die EZB wieder ein unbefristetes Programm monatlicher Anleihekäufe von 20 Milliarden Euro. Trotz dieses umfassenden geldpolitischen Stimulus bleibt die Inflationsdynamik schwach, sodass auch unter der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde in den nächsten Jahren nicht von einer Normalisierung der Geldpolitik und des Zinsumfelds ausgegangen werden kann. Ab 2020 wird eine strategische Überprüfung durchgeführt, bei der unter anderem die Wirksamkeit und Angemessenheit der geldpolitischen Instrumente bewertet werden soll. Die US-Notenbank (Fed) hatte ihre Anpassung zur Zyklusmitte mit drei Zinssenkungen 2019 abgeschlossen. Im März 2020 reagierten die Zentralbanken und Regierungen rund um den Globus auf die sich abzeichnenden Folgen der Ausbreitung des Coronavirus. Die Fed senkte in zwei Notfallsitzungen des Offenmarktausschusses die Leitzinsen um insgesamt 150 Basispunkte. Die Zielspanne für die Leitzinsen liegt damit zwischen 0 und 0,25 Prozent. Zusätzlich wurden sowohl von der Fed als auch von der EZB neue großvolumige Anleihekäufe und umfangreiche Maßnahmen zur Liquiditätsversorgung der Geld- und Kapitalmärkte beschlossen. 

Österreich profitierte im vergangenen Jahr von der weiterhin sehr günstigen Konjunktur in Zentral- und Osteuropa (CEE). 2019 lag das Wirtschaftswachstum in den UNIQA Kernmärkten in CEE hochgerechnet bei 3,7 Prozent (ohne Russland) und hat sich damit gegenüber 2018 etwas verlangsamt. Dennoch gehört CEE zu den am schnellsten expandierenden Wachstumsregionen, die bislang eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber der konjunkturellen Abkühlung im Euroraum – einem wichtigen Handelspartner der Region – gezeigt hat. Negative Ansteckungseffekte haben allerdings in einigen Ländern die Exportnachfrage und die Industrie beeinträchtigt. In Tschechien und der Slowakei hat sich das Wirtschaftswachstum 2019 mit BIP-Anstiegen von voraussichtlich 2,4 bzw. 2,3 Prozent verlangsamt, während sich Polen und Ungarn weiterhin in einer Boomphase befinden (4,1 bzw. 4,9 Prozent BIP-Wachstum). Die Arbeitslosenraten haben in CEE historische Tiefststände erreicht, und die robusten Arbeitsmarktbedingungen stützen die starke Binnennachfrage. 

Russland zeigte eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, obwohl die Wirtschaft ein vergleichsweise geringes mittelfristiges Wachstumspotenzial aufweist. Aufwärtschancen ergeben sich durch die geplante Realisierung nationaler Infrastrukturprojekte. Die Wirtschaft der Ukraine erholte sich indessen: Die Inflation ging 2019 rapide zurück und ebnete dadurch den Weg für günstigere Finanzierungsbedingungen. Die Zentralbanken Russlands und der Ukraine haben Zinssenkungszyklen gestartet. 

Die BIP-Wachstumsraten der Volkswirtschaften Südosteuropas liegen im Schnitt bei 3,4 Prozent, positive Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten haben sich fortgesetzt, und die Inflationsraten sind verhalten. Insgesamt bieten auch die Balkanländer stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Es zeichnet sich zwar eine vorübergehende Unterbrechung der soliden Wirtschaftsentwicklung durch die Auswirkungen des Coronavirus ab, angesichts des signifikant über der Entwicklung in Westeuropa liegenden Wirtschaftswachstums setzt sich der Konvergenzprozess von Einkommen und Wohlstand in CEE aber mittelfristig fort. 

Schaden- und Unfallversicherung weiterhin der Wachstumstreiber in Österreich Das Prämienaufkommen in der österreichischen Schaden- und Unfallversicherung zeigte sich 2019 mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro robust. Wachstumstreiber waren die Sparten Kfz-Kasko und Insassenunfall (+ 6,4 Prozent) sowie Feuer inklusive Betriebsunterbrechung (+ 7,2 Prozent). In der Sparte Kfz-Haftpflicht konnte hingegen nur ein leichter Prämienanstieg (+ 1,7 Prozent) erzielt werden. 

In der Lebensversicherung setzte sich der Trend des Prämienabriebs fort, die Prämien schrumpften im Jahresvergleich um rund 2,2 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro. Hauptursache dafür war wie schon im Vorjahr der Rückgang bei den Versicherungen gegen Einmalerlag, die um 4,6 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro zurückgingen. Das Lebensversicherungsgeschäft mit laufender Prämie verzeichnete ebenfalls einen Rückgang. Dieser fiel mit rund 1,9 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro jedoch moderater aus. 

Die Krankenversicherung entwickelte sich im Jahr 2019 mit einem Prämienzuwachs von 3,8 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro etwas schwächer als im Vorjahr. 

In den Märkten Zentral- und Osteuropas stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum Das makroökonomische Umfeld in CEE zeigt sich wie ausgeführt nach wie vor sehr positiv. Diese nachhaltig gute Wirtschaftsentwicklung konnten die Versicherungsmärkte in Osteuropa – wie schon in den Jahren zuvor – auch im Vorjahr nutzen. Das gesamte Prämienvolumen stieg nach den derzeit vorliegenden Ergebnissen in CEE (ohne Russland) um rund 5,0 Prozent auf geschätzte 35 Milliarden Euro – ein absolutes Wachstum von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahresvergleich. Sämtliche Märkte Zentral- und Osteuropas konnten trotz ihrer charakteristischen Diversität im Jahr 2019 Prämienanstiege vorweisen. Die Wachstumsraten der einzelnen Länder bewegten sich zwischen knapp 2 Prozent in Polen und rund 17 Prozent in Bulgarien und der Ukraine. Auch für die Jahre 2020 – 2021 werden Wachstumsraten deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums erwartet. 

Die erhöhte Nachfrage nach Versicherungsprodukten aufgrund der anhaltend positiven Wirtschaftslage bewirkte im Vorjahr vor allem im Bereich der Sachversicherung einen starken Prämienanstieg von mehr als 7 Prozent. Wachstumsimpulse kamen dabei insbesondere aus dem Bereich Haushalt und Eigenheim, der Krankenversicherung und aus den Motorversicherungssparten. In den Kraftfahrzeugsparten führten vor allem höhere Kfz-Bestände durch eine insgesamt stark steigende Zahl an Neuzulassungen und höhere Durchschnittsprämien in einzelnen Ländern zu kräftigen Prämienzuwächsen. 

Durchwachsen zeigt sich hingegen die Entwicklung der Lebensversicherungsmärkte in Zentral- und Osteuropa. Nach einem soliden Prämienwachstum im Jahr 2017 und einem Rückgang im Jahr 2018 konnte die Lebensversicherung in CEE im Vorjahr insgesamt jedoch wieder einen leichten Prämienzuwachs erzielen.   

Bedeutend für das Wachstum der Region ist die Entwicklung des Lebensversicherungsmarkts in Polen, wo das stark rückläufige Geschäft mit kurzfristigen Einmalerlagsprodukten – es reduzierte sich in den letzten beiden Jahren um insgesamt etwa 600 Millionen Euro und damit um rund die Hälfte – das aggregierte Wachstum der Lebensversicherungsmärkte zuletzt deutlich reduzierte. Demgegenüber zeigt die Entwicklung in den vergangenen Jahren, dass in einigen Ländern Südosteuropas angesichts des noch unterentwickelten Lebensversicherungsmarkts durchaus sehr hohe Prämienzuwächse möglich sind. 

In den nächsten Jahren sollte sich die Nachfrage nach Lebensversicherungen in Osteuropa generell wieder erholen, denn die Notwendigkeit einer eigenverantwortlichen Vorsorge abseits der staatlichen Pensionssysteme besteht weiter fort. Zudem haben viele Versicherer mit neuen Vorsorgelösungen auf die anhaltende Niedrigzinsphase reagiert. 

Wie die insgesamt sehr positive Entwicklung der Versicherungsmärkte der letzten Jahre zeigt, bleibt CEE für UNIQA eine Region mit hohem Wachstumspotenzial. Die nachhaltig positive wirtschaftliche Entwicklung in Zentral- und Osteuropa sollte in den nächsten Jahren zu weiteren Steigerungen in den Einkommen und Konsumausgaben der Haushalte führen. Mit zunehmendem Wohlstand und wachsender Kaufkraft geht auch eine höhere Nachfrage nach Versicherungslösungen einher – und dies in einem Markt von rund 155 Millionen potenziellen Kunden (ohne Russland). 

Sowohl die Prämien pro Kopf (Versicherungsdichte) als auch der Anteil der Versicherungswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (Versicherungsdurchdringung) liegen in CEE nach wie vor weit unter dem Durchschnitt westeuropäischer Märkte und veranschaulichen damit sehr deutlich das nach wie vor existierende, sehr hohe Aufholpotenzial dieser Versicherungsmärkte. 


Markteinteilung

Wir teilen den europäischen Markt in folgende Regionen:

  • Österreich
  • Zentraleuropa (Polen, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn)
  • Südosteuropa (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien)
  • Osteuropa (Rumänien, Ukraine)
  • Westeuropa (Liechtenstein, Schweiz)

Darüber hinaus sind wir in Russland aktiv tätig.

Marktpositionen

In manchen dieser Länder sind wir Marktführer, in vielen haben wir Top-Marktpositionen inne und in einigen anderen haben wir noch Aufholbedarf. Die allermeisten dieser Märkte jedoch bieten unabhängig unserer eigenen Marktstellung noch viel Platz für Expansion.